Deutsche Weisungen zur Vernichtung von Städten: „Die Zukunft der Stadt Petersburg“ (1941) und Himmlers Bericht über den Befehl zur Zerstörung Warschaus (1944)
PeopleAdolf Hitler, Heinrich Himmler EventsSiege of Leningrad, Warsaw Uprising, The Great Patriotic War
Weisung Nr. Ia 1601/41 „Die Zukunft der Stadt Petersburg“ (22. September 1941, Auszug)
1. Der Führer hat beschlossen, die Stadt Petersburg vom Erdboden zu vertilgen. Nach dem Sieg über Sowjetrußland wird es für das Weiterbestehen dieser großen Stadt nicht mehr den geringsten Anlaß geben. Finnland hat ebenfalls erklärt, es sei an einem Weiterbestehen dieser unmittelbar vor seinen neuen Grenzen gelegenen Stadt nicht interessiert.
2. Der Wunsch der Kriegsmarine, die Werften, den Hafen und die Schiffahrtseinrichtungen zu erhalten, ist dem OKW bekannt. Seine Erfüllung wird jedoch angesichts der allgemeinen, Petersburg betreffenden Gesichtspunkte nicht berücksichtigt werden können.
3. Es ist vorgeschlagen worden, die Stadt mit einem festen Ring zu umschließen und sie durch Artilleriefeuer aller Kaliber und pausenlose Luftangriffe dem Erdboden gleichzumachen. Wenn das dazu führt, daß die Kapitulation der Stadt angeboten wird, ist dies abzulehnen…
Befehl des Chefs des Stabes der Seekriegsleitung, Stab 1a 1601/41 (29. September 1941, Auszug – Nürnberger Dokument C-124)
»... Der Führer ist entschlossen, die Stadt Petersburg vom Erdboden verschwinden zu lassen. Es besteht nach der Niederwerfung Sowjetrußlands keinerlei Interesse an dem Fortbestand dieser Großsiedlung. Auch Finnland hat gleicherweise kein Interesse an dem Weiterbestehen der Stadt unmittelbar an seiner neuen Grenze bekundet.
Die ursprünglichen Forderungen der Marine, auf Schonung der Werft-, Hafen- und sonstigen marinewichtigen Anlagen, sind dem OKW bekannt, ihre Erfüllung jedoch angesichts der Grundlinie des Vorgehens gegen Petersburg nicht möglich.
Es ist beabsichtigt, die Stadt eng einzuschließen und durch Beschuß mit Artillerie aller Kaliber und laufendem Lufteinsatz dem Erdböden gleichzumachen.«
»... Da das Problem des Verbleibens und der Ernährung der Bevölkerung von uns nicht gelöst werden kann und soll. Ein Interesse an der Erhaltung auch nur eines Teiles dieser großstädtischen Bevölkerung besteht in diesem Existenzkrieg unsererseits nicht.«
Heinrich Himmler, Rede vor den Wehrkreisbefehlshabern und Schulkommandeuren in Jägershöhe (21. September 1944, Auszug)
Wie ich die Nachricht vom Aufstand hörte, ging ich sofort zum Führer. Ich darf Ihnen das als Beispiel dafür sagen, wie man eine solche Nachricht in aller Ruhe auffassen muß. Ich sagte: ‚Mein Führer, der Zeitpunkt ist unsympathisch. Geschichtlich gesehen ist es ein Segen, daß die Polen das machen. Über die fünf, sechs Wochen kommen wir hinweg. Dann aber ist Warschau, die Hauptstadt, der Kopf, die Intelligenz dieses 16-17 Millionenvolkes (!) der Polen ausgelöscht, dieses Volk, das uns seit 700 Jahren den Osten blockiert und uns seit der ersten Schlacht bei Tannenberg immer wieder im Weg liegt. Dann wird das polnische Problem geschichtlich für unsere Kinder und für alle, die nach und kommen, ja schon für uns kein großes Problem mehr sein.‘ Außerdem habe ich gleichzeitig den Befehl gegeben, daß Warschau restlos zerstört wird. Sie können sich nun denken, ich sei ein furchtbarer Barbar. Wenn Sie so wollen: ja, das bin ich, wenn es sein muß. Der Befehl lautete: Jeder Häuserblock ist niederzubrennen und zu sprengen, so daß sich in Warschau keine Etappe mehr festnisten kann. Die paar Stäbe, die wirklich drin hausen müssen, Soldatenstäbe, gehen gern in die Keller runter. Das sind ja Frontsoldaten. Und die Etappenschweine gehen ohnehin nicht gern dahin, wo die Leichen liegen.